Unser Bulli

Irgendwo in der Nähe von Frankfurt am Main. August 2015 und 39 Grad im Schatten. Und die Standheizung läuft. Juchuh! Dies ist eine der ersten Erinnerungen die uns einfallen, wenn wir daran denken, wie wir unseren Bulli kennengelernt haben. Daniels Bulli mussten wir wegen diverser Herausforderungen, die vor allem viel Zeit, Geld und Liebe benötigt hätten zu Beginn unseres Studiums 2010 abmelden. Wir haben immer wieder davon gesprochen ihn wieder fit zu machen, oder – so lange man die T3s noch bezahlen kann – einen mit besserer Substanz zu kaufen. Nach unserem Zelturlaub mit Auto in Kroatien war uns klar, dass wir dringend wieder mit einem einsatzfähigen Bulli unterwegs sein wollen. Und so saßen wir am ersten Tag in der Heimat draußen im Garten und zeigten uns – ohne dass wir darüber vorher gesprochen haben – dieselbe Anzeige bei Ebay-Kleinanzeigen. »Der könnte was sein!« Zwei Tage später fuhren wir den Bulli probe und testeten bei einer Affenhitze ob die Standheizung auch wirklich geht. Weitere zwei Tage später saßen wir mit einer kleinen Kiste alkoholfreiem Weizen im Zug um den Bulli abzuholen und mit den Vorbesitzern beim gemeinsamen Grillen anzustoßen. »Es ist als würde man einen guten Freund gehen lassen« so die Worte der Vorbesitzerin. Diese war 1988 als kleines Mädchen mit ihrem Papa nach Wolfsburg gefahren, um den Bulli vom Werk abzuholen. Ein Bulli aus (fast) erster Hand und mit viel Liebe gepflegt. Es war für uns alle ein besonderer Moment, als wir mit dem Bulli vom Hof gefahren sind.

Kleiner Daten- und Fakten-Check

Der Bulli ist ein T3 Club Joker mit Westfalia-Ausbau und festem Hochdach. Er hat den 1.6 Turbo-Diesel JX Motor mit 69 PS. Als wir ihn gekauft haben, war er 148 000 km gelaufen und hat unter anderem schon mal das Nordkap gesehen. Jedes Teil, das wir in der Hand hatten, war auch seine knapp 30 Jahre alt. Leider mussten wir inzwischen so einiges machen und der Studentenbeitrag beim Automobilclub unseres Vertrauens war wirklich sehr gut investiertes Geld. Sein Motor wurde generalüberholt, viele Kleinteile ausgetauscht, leider bislang zu wenig Rost beseitigt und das Getriebe schon viermal aus und eingebaut, da es nach einem Getriebeschaden immer wieder einen 5. Gang-Springer hatte. Das Getriebe war die letzte größere Baustelle, bevor es losgehen konnte. Und da das Getriebe schon mal offen war, haben wir ihm auch eine 40%-Sperre und Ölleitbleche spendiert. Wir sind guter Dinge, dass die größeren und kleineren Kinderkrankheiten jetzt erstmal gemeistert sind. Und freuen uns immer noch darüber, dass der Bulli seit Anfang 2018 offiziell sein H tragen darf.