Seit einigen Monaten hängt eine abwischbare Europakarte an unserer Wohnzimmerwand über dem Sofa. Mittlerweile sind auf ihr bunt markierte Orte, Entfernungsangaben und Routen vermerkt. Jeder, der uns in letzter Zeit besucht hat, hat dort seinen persönlichen Lieblingsort verewigt.

Die Punkte auf der Karte erstrecken sich vom Nordkap bis zur Algarve und von der Atlantikküste Frankreichs bis ans Schwarze Meer – ein Spiegel unserer Reiseplanung. Wir sind vor vielen Jahren gemeinsam vier Wochen mit unserem damaligen Bulli durch Schweden gereist und sind bis heute zu mehreren Trekking-Touren nördlich des Polarkreises und diversen Kurztripps dort gewesen. Der Norden hat uns immer fasziniert und deshalb stand Norwegen ganz oben auf unserer Bucket List.

Vom Nordkapp nach Marokko

Wir wollten an das nördlichste Ende des europäischen Festlands – ans Nordkapp. Von dort aus sollte es dann über die Lofoten die norwegische Küste runter gehen. Die Landschaft mit ihren Bergen, Gletschern und Fjorden hat es uns angetan. Und häufig kann man im dünn besiedelten Skandinavien die schönsten Plätze in der Natur alleine genießen und das freie Stehen ist kein Problem. Das ist heute in Europa leider oft anders.

Frankreich hat uns positiv überrascht. Zwar war uns die Côte d’Azur zu voll, zu verbaut und zu teuer – die Atlantikküste aber haben wir uns verliebt. Hier haben wir unsere ersten Surfversuche unternommen und schöne, nicht überlaufende Strände genossen. Auf der Route von Norwegen Richtung wollten wir jedoch auch noch andere Teile Frankreichs kennenlernen und auf der Ardèche Kajak fahren oder in den Pyrenäen wandern.

In Spanien hatten wir geplant die Mittelmeerküste weiter nach Süden zu fahren, eine Zeit lang in Südspanien und an der Algarve zu verbringen und die letzten Wochen in Marokko zu verbringen. Marokko war unsere große Unbekannte und deshalb haben wir uns darauf auch besonders gefreut. Dort wollten wir die letzten Sonnenstrahlen im Herbst tanken bevor wir in den deutschen Winter zurückkehren und an Portugals Küste entlang Richtung Heimat fahren.

Letztlich haben wir uns gegen diese Variante entschieden, da weder  April/Mai noch September/Oktober eine gute Reisezeit für Skandinavien ist. Die Sommermonate in Skandinavien zu verbringen hätte bedeutet, dass wir für Frühling und Herbst noch einmal hätten weit fahren müssen, um gutes Wetter zu haben. Und: Skandinavien lässt sich auch in normalen 3-4 Wochen Urlaub bereisen, weshalb wir bei dieser Reise weiter entfernte Ziele ansteuern wollen.

Einmal quer durch Europa – von der Algarve ans Schwarze Meer und auf die Peloponnes

Nachdem klar war, dass wir Skandinavien auslassen werden, gab es noch verschiedenen Ideen, wie wir den ersten Teil der Reise gestalten könnten. Baltikum, Großbritannien und Irland oder Polen und Tschechien standen zur Debatte. Danach sollte es dann wieder Richtung Marokko gehen. Aber mit keiner der Varianten haben wir uns so richtig wohl gefühlt – bis zu diesem einen Gedanken unter der Dusche: Osteuropa!

Da war irgendwie alles klar. Osteuropa hatten wir mal für eine weitere längere Reise überlegt und irgendwie aus dem Fokus verloren. Nun fühlte sich irgendwie alles richtig an und wir hatten einen Plan. Im Gegensatz zu den zentral- und westeuropäischen Ländern, ist uns der Osten weitgehend unbekannt und das macht für uns – ähnlich wie bei Marokko – den Reiz dieser Reise aus.

Doch zunächst suchen wir die Sonne Spaniens und Portugals. Den Frühling wollen wir dort verbringen. Bevor es nach Osten geht, kehren wir im Juni noch einmal für eine Woche nach Deutschland zurück. Für einen Termin unterbrechen wir unsere Reise – wir spielen mit unserer Band beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dortmund. Bei einer erfolgreichen Bewerbung sollte das die einzige Ausnahme sein die Reise zu unterbrechen. Jetzt ist es klar – wir werden im Juni mit dabei sein und für ein paar Tage Bulli gegen Bühne tauschen.

Mehr Pläne gibt es nicht. Eigentlich steht noch nicht einmal das wirklich fest. Es ist viel mehr ein grober Anhaltspunkt, um sich auf etwas freuen zu können. Es ist weiterhin alles offen und wir haben die Freiheit dem Wetter hinterher zu reisen, zu bleiben wo es uns gefällt, Routen zu ändern, Ziele neu zu definieren, schneller oder langsamer gemeinsam die Welt zu entdecken.

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